Frankreich: Die Pariser fahren kostenlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Die französischen Behörden erwägen ernsthaft, den öffentlichen Verkehr in Paris kostenlos zu gestalten. Ähnliche Innovationen wurden bereits erfolgreich in Kleinstädten im ganzen Land umgesetzt.

Einwohner von mehr als 30 Städten zahlen keine Reisekosten: In Dünkirchen mit 200.000 Einwohnern wurden vor 3 Jahren 18 Buslinien kostenlos, in Colombier und Aubagne ist das Reisen ebenfalls kostenlos und in Straßburg startet das Programm im September.

Die Vorteile des kostenlosen öffentlichen Verkehrs sind unbestreitbar. Dies ist nicht nur eine finanzielle Unterstützung für die Armen, sondern auch eine erhebliche Reduzierung der CO2-Emissionen, wodurch die Luft in den Städten sauberer wird. In Dünkirchen zum Beispiel stieg der Einsatz von Kleinbussen um 60 % – viele Autofahrer hielten diese Art des Reisens in jeder Hinsicht für rentabler. Und die Kommunen erheben den lokalen Unternehmen die Kosten für die Finanzierung des Programms, wodurch die Steuern erhöht werden. Arnaud Passalacqua, Professor an der Paris School of Urban Planning, stellt fest:

„Das ist ein klarer Erfolg und ein Zeichen dafür, dass der öffentliche Nahverkehr im großen Stil kostenlos funktionieren kann.“

Audrey Poulvar, stellvertretende Bürgermeisterin von Paris und Präsidentschaftskandidatin in der Metropolregion Ильle-de-France, machte den kostenlosen öffentlichen Verkehr zu einem wichtigen Versprechen in ihrer Kampagne und macht gute Fortschritte in diese Richtung.

Die Ile-de-France besteht aus 8 Abteilungen, darunter Paris. Seit 2020 gibt es in der französischen Hauptstadt bereits ein Programm für das freie Reisen von Schulkindern, das durch die Bemühungen von Pulvar umgesetzt wurde. Es wird schrittweise erweitert und bis 2026 werden die Pariser wie geplant die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen. Wie jede Innovation hat das Programm Unterstützer und Kritiker – die ersteren betonen den sozialen Nutzen und die Umwelt, die letzteren übertreiben die Probleme mit der Infrastruktur und der Finanzierung.

Pulvar pariert die Angriffe seiner Gegner mit klaren Argumenten und einem durchdachten Aktionsplan. Laut Experten in Stratzburg müssen für die jährlichen Ausgaben 6 bis 8 Millionen Euro aus dem Haushalt bereitgestellt werden. In der gesamten Region können die Ausgaben zusammen mit dem Kapital 3 Milliarden pro Jahr überschreiten. Die Politik plant jedoch, die Haushaltslücke mit Zahlungen von Technologiegiganten und Steuern auf luftverschmutzende Fahrzeuge zu decken. Dennoch wird ein solches Vorgehen sicherlich die Zahl der Unfälle reduzieren, und die dabei eingesparten Mittel können auch zur Finanzierung dieses wichtigen Programms verwendet werden.

Tallinn war 2013 die erste europäische Hauptstadt, die die Tarife für öffentliche Verkehrsmittel abschaffte. Dies trug dazu bei, Verkehrsstaus zu reduzieren und die Mobilität der Armen zu erhöhen. Interessanterweise zog die Innovation im ersten Jahr 16.000 neue Einwohner in die estnische Hauptstadt und fügte dem Budget 16 Millionen Euro hinzu.





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