US-Militärpersonal hat versehentlich geheime Informationen über Atomwaffen durchgesickert

Die Deutsche Welle meldet Datenlecks und geheime Sicherheitsprotokolle zu US-Atomwaffen und -basen in Europa.

Laut einer deutschen Zeitung verwendeten einige amerikanische Soldaten, die für Atomwaffen zuständig sind, öffentlich verfügbare Karteikartenanwendungen (Trainingssysteme), die eine Reihe sensibler und klassifizierter Daten enthüllten.

Obwohl das Vorhandensein von US-Atomwaffen in Europa seit langem anhand verschiedener Dokumente, Fotos und Aussagen von Beamten analysiert wurde, sind die Orte, an denen US-Atomwaffen gelagert werden, offiziell klassifiziert, und die Regierungen bestätigen oder leugnen ihre Anwesenheit nicht. Dieser „Miss“ enthüllt jedoch nicht nur die Stützpunkte, sondern auch die genauen Punkte und beschreibt Details wie den Standort der Kameras, die Häufigkeit der Patrouillen und Signale zum Betreten der Stützpunkte.

Apps wie diese bieten Karteikarten an, um Benutzern dabei zu helfen, sich an Informationen zu erinnern, ein beliebtes Lernwerkzeug. Fock Postma von Bellingcat entdeckte, dass das Militär bekannte Apps und Websites wie Chegg, Cram und Quizlet nutzte, um Karten zu erstellen, auf denen Informationen über Basen in Europa gespeichert waren, in denen wahrscheinlich US-Atomwaffen untergebracht waren, Geheimcodes, Passwörter und andere wichtige Sicherheitsdetails.

Darüber hinaus vergaß das Militär, die Freigabe in den App-Einstellungen zu „schließen“, wodurch Benutzernamen und Fotos öffentlich zugänglich waren, und da einige der Soldaten dieselben Fotos wie auf ihren LinkedIn-Profilen verwendeten, war es nicht schwierig, sie mit Informationen zu verknüpfen Atomwaffen.

Es bleibt ein Rätsel, warum die Soldaten ungeschützte Trainings-Apps benutzten, um sich Informationen zu merken.

Postma kontaktierte mehrere Wochen vor der Veröffentlichung seines Berichts Beamte des US-Verteidigungsministeriums, der NATO und des US European Command, und die sensiblen Karten wurden inzwischen entfernt. Es wird darauf hingewiesen, dass Daten zu Atomwaffen von 2013 bis April 2021 auf Karten frei verfügbar waren. Davon abgesehen sind sie immer noch auf der archivierten Wayback Machine-Site zu sehen.

Wie wurden die Lecks gefunden?

Die Militärterminologie ist voll von Codes und Abkürzungen, und das gilt auch für die Lagerung von Nuklearwaffen. Einige Schlüsselbegriffe werden jedoch in Online-Artikeln, Dokumenten und sogar Wikipedia-Artikeln beschrieben.

Eine einfache Google-Suche nach Atomwaffen sowie die Namen der Luftwaffenstützpunkte in Europa führten schnell zu deren Aufdeckung.

Neben neuen Informationen über „kalte“ und „heiße“ (leere oder volle) „Schatzkassen“ in Italien und Deutschland wurden auch Informationen über andere Stützpunkte in Europa gefunden, die angeblich Atomwaffen beherbergen.

Die NATO, die Europäische Union (EUCOM), das US-Verteidigungsministerium (DoD) und das niederländische Verteidigungsministerium (MoD) haben sich wegen möglicher Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit kontaktiert, es wurden jedoch keine Details oder andere Informationen zu den Lecks bereitgestellt.

Atomwaffenarsenal in Deutschland – Teil des Vertrags mit der NATO

Während der Konfrontation mit der Sowjetunion beschlossen die USA bereits in den 1950er Jahren, einen Teil ihres eigenen Atomarsenals in Europa zu stationieren. In Deutschland gab es nach Angaben deutscher Medien bis Anfang der 1990er Jahre zwischen 150 und 200 Atombomben. Heute wird die Anzahl der Sprengköpfe auf 20 geschätzt, wir sprechen von Wasserstoffbomben vom Typ B61.

Im Jahr 2010 veröffentlichte die Website Wikileaks durchgesickerte diplomatische Depeschen, aus denen hervorging, dass sich auf dem Luftwaffenstützpunkt Büchel im Bundesland Rheinland-Pfalz Atomwaffen befanden. Offiziell kommentieren weder die US-Behörden noch die Bundesregierung die Existenz von Atomwaffen auf deutschem Territorium.

Der Einsatz dieses Arsenals ist Teil der Strategie der NATO für den gemeinsamen Einsatz von Atomwaffen: Als Mitglied des Bündnisses ist Deutschland verpflichtet, an seinem Atomprogramm teilzunehmen. Dies garantiert Berlin ein Mitspracherecht bei der Planung oder Durchführung von Nuklearoperationen der NATO. Im Gegenzug verpflichtet sich Deutschland, atomwaffenfähige Flugzeuge zur Verfügung zu stellen und Atomsprengköpfe auf seinem Territorium zu lagern.





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