Belgischer Einwanderungsminister: „Hungerstreik hilft nicht“

Etwa ein halbes Tausend Migranten befinden sich in Brüssel im Hungerstreik, um die Behörden auf ihre Probleme aufmerksam zu machen und Abschiebungen zu vermeiden.

Illegale Migranten gingen zu extremen Maßnahmen, um offiziell im Land zu bleiben. Viele von ihnen leben seit vielen Jahren hier, bleiben im Schatten und überleben ohne die geringste Unterstützung der Behörden. Etwa 250 Personen ohne Papiere haben in einer Kirche im Zentrum der belgischen Hauptstadt Zuflucht gefunden, weitere 200 in der ganzen Stadt. Alle hungernden Menschen wollen eine Aufenthaltserlaubnis und das Recht auf Arbeit, aber aus Angst vor Abschiebung im Einzelfall fordern sie die gemeinschaftliche Legalisierung. Einer von ihnen, Ahmed, sagt Reportern:

„Ich frage mich manchmal, wie die Behörden friedlich schlafen können, wenn in Belgien so viele Menschen hungern und leiden. Beamte sehen diese Qual, aber nachts schlafen sie mit gutem Gewissen.“

Die meisten hungernden Männer kamen aus Pakistan und Nordafrika – Marokko, Tunesien, Algerien. Experten zufolge gibt es etwa 150.000 von ihnen im Land. Viele leben seit mehreren Jahren und Jahrzehnten in Belgien – ohne Leistungen, Gesundheitsversorgung oder sonstige Unterstützung. Um auf ein dringendes Problem aufmerksam zu machen, verweigern Migranten seit dem 23. Mai die Nahrungsaufnahme. Freiwillige helfen ihnen. Medizinische Freiwillige Cecile Vanhoeuerzwein sagt:

„Die Situation ist fast katastrophal. Einigen unserer Patienten geht es immer schlechter. Wir haben Probleme mit Herz, Nieren, Psyche sowie mehrere Selbstmordversuche gesehen.“

Belgische Medien zögern, dieses Thema zu diskutieren. Aufgrund des sich verschlechternden Gesundheitszustands der Demonstranten verschlimmert sich die Situation jedoch von Tag zu Tag. Die Öffentlichkeit wendet sich zunehmend an die Behörden mit der Aufforderung, Maßnahmen zu ergreifen und den hungernden und nicht nur illegalen Einwanderern zu helfen. Zu Zugeständnissen ist die Regierung jedoch nicht bereit. Bundeseinwanderungsminister Sammi Mahdi, der Sohn desselben illegalen Einwanderers aus dem Irak, der einst zum Arbeiten nach Belgien kam, nennt das Geschehen Erpressung und sagt:

„Es wird beleidigend. Wir versuchen, diesen Personen so gut wie möglich zu helfen, damit ihre Dateien so schnell wie möglich bearbeitet werden. Aber natürlich kann nicht jede Person ohne Papiere, die hier ist, in Belgien bleiben. Wir versuchen, ihnen die richtigen Informationen zu geben, aber ein Hungerstreik wird nicht helfen.“

Laut der belgischen Regierung zeigt diese Maßnahme deutlich, wie wichtig und notwendig es ist, die EU-Maßnahmen in Bezug auf Asylbewerber besser zu koordinieren und auf alle Mitgliedstaaten zu verteilen.





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