Juncker: Merkels Haltung zur Griechenlandkrise war ihr größter Misserfolg

Das „Zögern“ von Angela Merkel während des Jahrzehnts der griechischen Schuldenkrise bezeichnete der damalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in einem Interview mit Euronews als den größten Fehler der deutschen Bundeskanzlerin in ihrer 16-jährigen Regierungszeit.

Eine erfahrene Politikerin aus Luxemburg gibt zu: „Ich hatte mit ihr Konflikte, große Meinungsverschiedenheiten, vor allem in der Griechenland-Frage. Sie erklärt dies damit, dass die Deutschen, ihre Fraktion und die Presse die Würde des griechischen Volkes nicht respektieren, also habe ich ihr gesagt, dass Griechenland anders ist als das Bild, das sie von diesem Land hatte.“

Juncker gibt zu, dass es ihm trotz aller Bemühungen gelungen ist, Merkel davon zu überzeugen. Er konnte nur mit zwei sehr wichtigen „Verbündeten“ erfolgreich sein, unter denen der damalige französische Präsident François Hollande sowie sein eigener Finanzminister erwähnt werden [Вольфганг] Schäuble, der ein guter Freund war und damals als sehr proeuropäisch bekannt war.

Der Ex-Präsident der EG fügt hinzu, dass Herr Schäuble zwar einen vorübergehenden Austritt Griechenlands aus der Eurozone vorzog, er aber „ein leidenschaftlicher Gegner dieser Idee“ war. Während Merkel „nie die Sichtweise von Schäuble teilte, leugnete sie auch nie den Nutzen der Idee. Am Ende sah er sie jedoch persönlich und spürte, dass dies zu Problemen mit Italien und anderen PIGS-Ländern führen würde.

Auf der Grundlage dieser Daten sagt Herr Juncker gegenüber Euronews: „Ich denke, es war der größte Fehler von Frau Merkel, dass sie während der Griechenlandkrise gezögert hat und wir aufgrund ihres Unwillens Zeit verschwendet haben. Griechenland hätte früher geholfen werden können.“





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