„Kalavryta 1943“: Opfer von Massakern verklagen Filmemacher wegen „guter Nazis, die Kinder retteten“

Überlebende und Nachkommen der Opfer des Nazi-Massakers in Kalavryta sind wütend wegen des Films „Der Augenzeuge – Kalavryta 1943“ wegen der Szene, in der angeblich „ein guter Nazi Kinder rettet“.

Die Vereinigung der Überlebenden und Opfer droht den Produzenten des Films, darunter dem staatlichen Sender ERT, zu verklagen.

Obwohl der Film selbst noch nicht veröffentlicht wurde, reichte die 5-Sekunden-Szene im Trailer aus, um die Empörung der Leute auszulösen.

Offizieller englischer Trailer: Kontroverse Szene bei 1:50. Ein deutscher Soldat schlägt das Schloss an der Tür ein und lässt Menschen aus dem brennenden Haus.

Lokale Behörden und Nachfahren der Opfer des Massakers werfen den Filmemachern vor, „historische Ereignisse zu verfälschen und Mythen wiederzubeleben, die den Interessen anderer dienen“, heißt es in der Lokalzeitung Peloponnes. Die Kalavrita Association of Holocaust Victims kündigte durch P an, eine Klage gegen die Filmemacher einzureichen.

Umstrittene Szene: „Ein netter österreichischer Nazi, der aus eigener Initiative und ungehorsam die Tür einer brennenden Grundschule öffnete, um Frauen und Kinder zu retten.“

„Dies ist ein provokativer Mythos, der von allen Augenzeugen widerlegt wurde – von denen, die in dieser Schule und offiziell vom Kalavrita-Stadtrat waren“, sagte der Präsident der Kalavrita-Holocaust-Opfer-Vereinigung und ehemaliger stellvertretender Bürgermeister der Stadt, Harilaos Ermeidis.

Im Interview mit der Zeitung „PeloponnesErmeidis sagte, dass er persönlich und andere Anwohner Filmemacher, die die Gegend vor 2,5 Jahren besuchten, darauf hingewiesen haben, dass dies nur ein unbestätigter Mythos ist. Er behauptete, die Filmemacher hätten versprochen, ihn nicht in den Film aufzunehmen, „aber sie haben es getan, und die Gründe dafür sind unbekannt“.

Ermeidis sagte auch, dass sie den Filmemachern dann ein offizielles Dokument geschickt hätten, in dem sie gewarnt wurden, dass der Verein sie verklagen würde, „wenn der Film das Andenken der Opfer und ihrer Nachkommen irgendwie nicht respektiert“.

„Kalavryta 1943“ ist ein fiktives Drama in einer griechischen Produktion, in dem der schwedische Schauspieler Max von Sydow den alten Mann und Opfer des Massakers von Nicholas Andreu spielt, der als Kind die schrecklichen Gräueltaten der Nazis in Kalavryta überlebte.

Im November 1943 startete die deutsche 117. Jägerdivision, die hauptsächlich aus Österreichern und Deutschen aus dem Elsass, Rumänien und dem Sudetenland bestand, die Operation Kalavryta, um die Partisanen in der Nähe der Stadt einzukreisen. Bei der Operation wurden viele deutsche Soldaten getötet, 78 von ihnen gerieten in Gefangenschaft. Nach Angaben des deutschen Kommandos wurden alle Häftlinge an Ort und Stelle erschossen.

Das deutsche Kommando beschloss, mit brutaler und massiver Repression zu reagieren. Die Hinrichtungen begannen in der Küstenzone und dann, tiefer in die Berge auf dem Weg nach Kalavrita, erschossen die Deutschen 143 Menschen und brannten tausend Häuser in 50 Dörfern nieder.

Als die Deutschen am 13. Dezember 1943 in Kalavrita einmarschierten, sperrten die Deutschen alle Frauen und Kinder in die Schule und versammelten die gesamte männliche Bevölkerung über 13 auf einem Hügel über der Stadt. Nach der Plünderung der Stadt und ihrer Brandstiftung kam es zu Massenhinrichtungen.

Laut verschiedenen Quellen überlebten von 488 Geiseln nur 13 Menschen, weil sie unter den Leichen der Toten versteckt waren. Dann zündeten die Deutschen die Stadt an, aber die Frauen und Kinder konnten dem Feuer entkommen und in den Bergen Zuflucht suchen.

Insgesamt kamen bei diesen Repressionen nach Angaben des griechischen Historikers Leonidas Blaveris 1.436 Menschen ums Leben. Der deutsche Historiker Hermann Mayer gibt auf der Grundlage von Dokumenten der Wehrmacht eine Zahl von 677 Toten an.

Unter Hinweis auf die Quelle als „zweifelhaft“ beschreibt Wikipedia die Geschichte des „guten Nazis“ wie folgt: … Später wurde er wegen Hochverrats hingerichtet, aber die Opfer flohen.

Insgesamt wurden bei dieser Operation 28 Gemeinden zerstört – Städte, Dörfer, Klöster und Kleinstädte. In Kalavrita selbst wurden etwa 1000 Häuser geplündert und niedergebrannt, mehr als 2000 Rinder wurden von den Deutschen erbeutet.

Die Premiere des Films in den Kinos in Griechenland ist für den 11. November geplant.





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