Was ist besser – Immunität gegen Impfung oder nach Krankheit

Vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Coronavirus und des Auftretens neuer Mutationen entschieden sich die Wissenschaftler für die Antwort auf die Frage: „Was ist besser – an dem Omicron-Stamm erkranken oder sich impfen lassen?“

Es gibt noch zu wenige Daten zur Immunität gegen „omicron“, um diese Frage eindeutig zu beantworten. Laut Wissenschaftlern hängt alles davon ab, welche Variante von SARS-CoV-2 eine Person hatte und wann die Infektion aufgetreten ist, schreibt sie Deutsche Welle.

Vor dem Aufkommen des neuen Omicron-Stammes gingen die Forscher davon aus, dass der Körper nach einer Infektion mit einer beliebigen Variante von SARS-CoV-2 eine vergleichbare Immunität entwickelt wie nach der ersten Dosis des Impfstoffs. Das sagt insbesondere Julian Schulze zur Wiesch, Leiter der Abteilung für Infektiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Gleichzeitig bleibt die Immunität nach einer Krankheit mehrere Monate bestehen und beginnt erst nach 4-6 zu schwächen.

Die meisten Experten halten die Impfung jedoch weiterhin für den besten Schutz vor dem Coronavirus. Im Oktober vergangenen Jahres wurden die Ergebnisse einer Studie der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) veröffentlicht. Sie behaupteten, dass ungeimpfte Erwachsene, bei denen das Virus bereits drei bis sechs Monate zuvor diagnostiziert worden war, fünfmal häufiger an Covid erkrankten als geimpfte Personen, die zuvor nicht mit SARS-CoV-2 in Berührung gekommen waren.

Leider wurden in dieser Studie nur Daten von Patienten verwendet, die einen Krankenhausaufenthalt benötigten. Daher können diese Ergebnisse, so das Dokument, nicht auf Infizierte verallgemeinert werden, die zu Hause eine leichte Krankheit hatten.

Und im August letzten Jahres kamen israelische Wissenschaftler zu völlig entgegengesetzten Ergebnissen. Sie fanden heraus, dass diejenigen, die zuvor nicht erkrankt waren und BioNTech/Pfizer-Impfungen erhielten, ein 13-mal (!) höheres Infektionsrisiko hatten als diejenigen, die nicht erkrankt und nicht geimpft worden waren.

Die Studie israelischer Wissenschaftler wurde noch nicht von Experten begutachtet. Es gilt als das bisher größte zu diesem Thema: 7.000 Patienten nahmen an der Studie amerikanischer Wissenschaftler teil, 30.000 an der Arbeit israelischer Wissenschaftler.

Julian Schulze zur Wiesch erklärt, dass viele Faktoren die Immunantwort des Körpers beeinflussen: SARS-CoV-2-Variante, Zeitpunkt der Infektion, Art des Impfstoffs, Verfügbarkeit zusätzliche Dosis und natürlich der allgemeine Zustand der Immunität. Es ist wahrscheinlich, dass nach einer Infektion mit anderen Stämmen die körpereigenen Abwehrkräfte gegen Omicron machtlos sind. Auch das Alter spielt eine große Rolle.

Beispielsweise führten amerikanische Wissenschaftler im September letzten Jahres ein wissenschaftliches Experiment mit älteren Menschen durch. Wie sich herausstellte, schützt bei ihnen die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff zuverlässiger vor Ansteckung, Krankenhauseinweisung und Tod durch das Coronavirus als eine vorherige Infektion. Bei Patienten unter 65 Jahren ist der Schutz nach der Impfung etwa gleich hoch wie nach einer vorangegangenen Infektion.

Diese Studie hat jedoch noch nicht das Peer-Review-Verfahren durchlaufen. Zudem gaben die Autoren der wissenschaftlichen Arbeit zu, zuvor finanzielle Unterstützung von Pfizer erhalten zu haben.

Im März letzten Jahres wurde in Dänemark eine Studie durchgeführt. Es basierte auf Daten, die Ende 2020 während der zweiten Welle der Pandemie gesammelt wurden. Es zeigte sich, dass bei jungen Menschen, die während der ersten Welle an Covid erkrankt waren, das Schutzniveau bei etwa 80 % lag. Bei vorerkrankten Patienten in der Altersgruppe von 65 Jahren erreichte die Wirksamkeit der Immunität nur 47%.

Die Welle von „Omicron“ ist kürzlich vorbei, daher gibt es noch keine soliden Daten zur Qualität der Immunität. Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine infizierte Person mehrere Monate lang kein Risiko einer erneuten Infektion besteht. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr benötigt der Körper jedoch mehr Antikörper, um eine Ansteckung zu verhindern, betont Schulze zur Wisch. Eine nach zwei Impfungen oder einer Infektion mit einer der vorherigen Varianten von SARS-CoV-2 entwickelte Immunität schützt möglicherweise nicht vor einer neuen Infektion.

Den wirksamsten Schutz bietet aus Sicht des Experten eine „Mischung von Immunitäten“, beispielsweise die ersten beiden Impfungen und zusätzliche Dosis mit verschiedenen Impfstoffen hergestellt. Dies belegen auch die Daten einer im vergangenen Jahr in Deutschland durchgeführten Studie unter Beschäftigten im Gesundheitswesen.

Andere Studien zeigen, dass die beste Immunität bei Patienten besteht, die das Coronavirus hatten und zwei Impfungen erhalten haben. Wissenschaftler haben dieses Phänomen „Hybrid“ oder „Superimmunität“ genannt.

Was die Antikörper betrifft, so steigt nach einigen Daten nach einer schweren Form der Krankheit ihre Anzahl an, nach anderen bleibt sie gleich. Aber Schulze zur Wisch erinnert daran, dass all diese Schlussfolgerungen ohne Berücksichtigung gezogen werden Omikron-Variante des Coronavirus. Für diejenigen, die sich in den letzten zwei Wochen nicht mit dieser Mutation infiziert haben, wird ein Coronavirus-Impfstoff am besten dazu beitragen, sich vor COVID-19 zu schützen und nicht zu dessen Verbreiter zu werden, glaubt der Wissenschaftler.



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