Fastenzeit und Krieg – sind sie vereinbar?

Viele trafen den aktuellen Posten unter ungewöhnlichen und tragischen Bedingungen. Aber wie wir dieses Fasten ausgeben, liegt an uns.

Nach der Invasion der Ukraine hat sich die Welt in mehrere Teile gespalten – einige kämpfen, andere leiden unter Feindseligkeiten, andere sind nicht schüchtern in ihren Äußerungen, unterstützen die eine oder andere Seite des Konflikts und verteidigen ihren Standpunkt.

Große Fastenzeit und Krieg. Es ist schwierig, unverträglichere Dinge zu finden. Seit jeher wurde das Fasten entwickelt, um einen Menschen zu verlangsamen, seine Aufregung zu reduzieren, ihn dazu zu bringen, in sich selbst zu blicken, sich auf die Seele zu konzentrieren. Der Krieg ist eine Art Quintessenz der Disharmonie, der Mittelpunkt von Aufregung und Angst. Sie bewegt sich zu manchmal unnötiger Bewegung, lässt dich verkrampfen und Angst haben – was für ein Post ist da …

Aber andererseits – wann fasten, wenn nicht in dieser schwierigen Zeit. Erinnern wir uns an die Große Fastenzeit vergangener Jahre: die Spannung der ersten Woche, die Freude der Buße und der Teilnahme an der Eucharistie, Versuche, uns in der gleichen Konzentration und Kraft wie in der ersten Woche zu halten. Entspannung, wenn mitten in der Fastenzeit das Leben in seinen üblichen hektischen und sorglosen Lauf gerät. Fastenmüdigkeit: „Na, wann ist denn schon Ostern?“ und Beschwerden, dass magere Speisen nicht mehr in den Rachen steigen. Aber dieses Jahr ist es anders…

Plötzlich ein Krieg: ein echter, mit all den Schrecken und Nöten, der bei einigen schon ins Haus gekommen ist und bei anderen vor der Schwelle steht. In einem Augenblick war alles entwertet, die gewohnte Stabilität und das wohlgenährte Selbstvertrauen verschwanden. Irgendwie wurde sofort klar, dass es im Leben nichts und niemanden gibt, auf den man sich verlassen kann, außer auf Gott. Alles liegt in den Händen des Herrn, und wir, erst kürzlich selbstbewusst und unabhängig, sind völlig abhängig von seinem Willen und seiner Barmherzigkeit.

Jetzt ist mehr denn je zu spüren, wie nahe der Herr uns ist und wie unbedeutend wir vor ihm sind, wie groß seine Barmherzigkeit für uns ist. Eine Gnade, die wir noch vor zwei Wochen für selbstverständlich hielten und nicht einmal daran dachten, sie zu schätzen.

Die Zeit der Reue ist gekommen, das große Fortecost ist eine geeignete und notwendige Zeit. Deshalb müssen Christen einfach ins Fasten gehen – nicht wie vor einem Jahr, zwei oder drei Jahren, sondern wie es die Kirche fordert – mit Verlangen und Eifer, mit Bereitschaft und Selbsthingabe, mit Glauben und Aufrichtigkeit.

Ja, es ist unruhig. Aber wer, wenn nicht der Orthodoxe, sollte wissen, dass niemand morgen jemandem etwas versprochen hat. Nicht vorher, nicht jetzt. Weder im Krieg noch in Friedenszeiten. Zu allen Zeiten war die einzige Zeit, die dem Menschen zur Verfügung stand, ausschließlich heute, oder besser gesagt, der gegenwärtige Moment dieses Tages. Hat der Krieg etwas verändert? Nein. Aber der Krieg veränderte viele andere Dinge.

Jetzt müssen Sie nicht nach Gelegenheiten für gute Taten suchen, es gibt viele leidende Nachbarn. Schwache Alte, Zwangsarbeitslose, Flüchtlinge und all jene, die elementare Probleme jetzt nicht mehr lösen können. Ihr Leiden ist eigentlich nicht nur ihr Leiden. Sie sind unser Verantwortungsbereich. Sie sind unsere Gelegenheit für gute Taten und unser Heilmittel gegen Angst, Feigheit, Gier und Egoismus.

Nachdem er uns schwere Prüfungen erlaubt hatte, rief uns Gott zur Reue auf. Aber er hat uns auch buchstäblich alles für diese Reue gegeben. Von uns wird wenig verlangt. Zuallererst diejenigen, die vom Krieg überrascht wurden, um sich mit Mut und Standhaftigkeit der Prüfung zu stellen. Wenn Menschen massiv Angst, Panik, Verzweiflung oder Hass erliegen, haben wir eine große Verantwortung: ein Beispiel für Ruhe, Geduld und Glauben zu sein. Denn wenn man sich in einer kritischen Situation nicht auf Christen verlassen kann, auf wen dann?

Menschen, die die Heilige Schrift lesen und kennen, wissen, dass Kriege von Gott zur Buße der Völker zugelassen sind. Wer, wenn nicht wir, sollte vor Gott seine Sünden bereuen und unsere Nächsten dazu ermutigen? Und sollten wir nicht zu Gott um die Vergebung unserer Sünden, für ein leidendes Volk, um Frieden beten? Und damit traten wir in die Große Fastenzeit ein – eine Zeit, die an sich Reue, Gebet und Taten der Barmherzigkeit beinhaltet, schreibt Lebenserwartung.



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