Lebensmittelvergiftung in der EU – ein Unfall oder ein Muster

Bevor der Skandal um Kinder-Schokolade abgeklungen war, wurde eine neue Quelle gefährlicher Vergiftungen aufgedeckt – Buitoni-Pizza. Wer ist schuld – die Behörden oder die Produzenten? Und das ist keine rhetorische Frage.

Ein weiterer Skandal um die Lebensmittelqualität brach nach einer Beschwerde in Frankreich aus: Wegen der Verwendung von Buitoni-Pizza kam es zu einer Vergiftung mit E. coli-Bakterien. Und das vor dem Hintergrund von 150 Salmonellen-Infektionen nach Kinder, die vor wenigen Wochen in neun EU-Mitgliedstaaten festgestellt wurden!

Zweifellos ist das Erscheinen minderwertiger Produkte auf dem Markt in erster Linie ein Versehen der Hersteller. Die Möglichkeit eines solchen Vorfalls offenbart jedoch die Mängel des europäischen Lebensmittelsicherheitssystems, das als eines der zuverlässigsten der Welt gilt. Camille Perrin, Sprecherin der europäischen Verbraucherschutzorganisation, gibt den nationalen Gesundheitsbehörden eine gewisse Schuld:

„Vor drei Jahren haben wir einen Bericht veröffentlicht, der auf eine alarmierende Verringerung der Ressourcen für die amtliche Qualitätskontrolle hinweist. Dafür gibt es weniger Geld und weniger Personal von den Gesundheitsdiensten. Das kann am Ende zu solchen Skandalen führen. Denn wenn Hersteller einfach sich selbst überlassen bleiben, wenn wir uns ganz auf deren Selbsttests verlassen, dann laufen wir Gefahr, einige „Unstimmigkeiten“ zu übersehen.

In weniger als zwanzig Jahren ist die Zahl der Inspektoren in Spanien um 7 %, in Belgien um 10 % und in Frankreich um rekordverdächtige 30 % zurückgegangen. Und das scheint nicht unbemerkt zu bleiben – das Europäische Parlament fordert seit einigen Jahren ein Gesetz zur Stärkung dieser Dienste.

Eric Andrieu, ein französischer Sozialdemokrat, ist überzeugt, dass es inakzeptabel ist, sich zu sehr auf den Privatsektor zu verlassen, um die Bürger vor Vergiftungen zu schützen:

Nein. Heute können wir sagen, dass wir die besten Lebensmittel der Welt produzieren, und das stimmt. Aber wenn ich nein sage, meine ich, dass es inakzeptabel ist, Lebensmittelunternehmen zu vertrauen, dass sie ihre eigenen Produkte kontrollieren. Das Europäische Parlament hat diesbezüglich wenig Fortschritte gemacht. Es ist notwendig, solche Gesetze zu verabschieden, damit der Schutz der öffentlichen Gesundheit von den Staaten auf Gewerkschaftsebene zu 100 % gewährleistet wird.

Als Kommentar zu den beiden Infektionsfällen folgte eine Stellungnahme der European Confederation of Food and Drink Manufacturers:

Diese Frage sollte interessierten Unternehmen gestellt werden. Für uns haben höchste Lebensmittelsicherheitsstandards Priorität. Daran arbeiten wir weiterhin mit der Europäischen Kommission, Lieferkettenpartnern und anderen Interessengruppen.



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