Griechenland: Einlagen wachsen trotz Krise

Ab April 2022 sind die Einlagenbeträge auf den Konten griechischer Einwohner gestiegen, während die Trends laut Bankenquellen im Juli ähnlich sind.

Die inländischen Einlagen des privaten Sektors stiegen Ende Juni auf den höchsten Stand seit September 2011 und beliefen sich auf 182,33 Milliarden Euro, mit einem monatlichen Nettozufluss von 2,9 Milliarden Euro. Den dritten Monat in Folge steigen die entsprechenden Indikatoren, während laut Bankenquellen im Juli ähnliche Trends zu beobachten sind.

Bezeichnenderweise stieg die Einlagenbasis im Zeitraum von April bis Juni 2022 um 5,75 Milliarden Euro und glich damit den im ersten Quartal verzeichneten Abfluss vollständig aus. Jetzt ist das Jahreszeichen positiv, bei 2,36 Milliarden Euro. Einen großen Anteil an diesem Anstieg hatten Privatpersonen, deren Konten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 um 1,42 Milliarden Euro gewachsen sind.

Wer liegt unter den Unternehmenseinlegern an der Spitze?

Zwei Monate lang, von Mai bis Juni, führend im Wachstum der Einlagen nichtfinanzielle Unternehmen, dessen Nettozufluss in diesem Zeitraum 3,90 Milliarden Euro erreicht. Natürlich gab es für den Inlandsmarkt vier erfolglose Monate, die neben einem Rückgang der Konsumausgaben auch durch einen starken Anstieg der Energiepreise nach Beginn des Krieges in der Ukraine gekennzeichnet waren.

Im zweiten Quartal 2022 kehrte sich die Einlagenquote jedoch um, trotz einer Atmosphäre der Unsicherheit, eines Rückgangs der verfügbaren Einkommen der Bevölkerung und des daraus resultierenden Drucks auf den Umsatz von Unternehmen in Sektoren, die hauptsächlich auf den Binnenmarkt ausgerichtet sind.

Gründe für das Wachstum der Einlagen

Laut Bankenquellen ist die Größenzunahme multifaktoriell und mit Folgendem verbunden:

1. Starke Expansion der Geschäftskredite

Nach Angaben der Bank of Greece überstieg der Nettozufluss an Finanzmitteln für den privaten Sektor im Juni 2 Milliarden Euro. Davon wurden rund 1,9 Milliarden Euro an nichtfinanzielle Unternehmen geleitet und landeten auf Bankkonten.

2. Wachstum des Tourismussektors

Erhebliche Liquiditätsspritzen für Freiberufler und Unternehmen kamen in diesem Jahr von einem sehr starken Tourismustrend, der voraussichtlich einen neuen Allzeitrekord in Bezug auf die Einnahmen aufstellen wird.

3. Verwendung elektronischer Karten

Einlagen, hauptsächlich von kleinen Unternehmen, werden durch die zunehmende Verwendung von Karten sowohl von griechischen Bürgern als auch von ausländischen Gästen unterstützt, von denen die meisten Einkäufe in unserem Land elektronisch bezahlen.

4. Steigerung der Beschäftigung

Der Faktor, der die Zunahme der Einlagen von Einzelpersonen erklärt, ist natürlich die Zunahme der Beschäftigung. Es ist kein Zufall, dass in einigen Branchen, insbesondere in der Gastronomie und im Tourismus, das Angebot an Arbeitsplätzen die Nachfrage bei Weitem übersteigt. Darüber hinaus ist in den OAED-Registern die Zahl der registrierten Arbeitslosen von April bis Ende Juni um 75.000 oder etwa 8 % zurückgegangen.

5. Reduzierung der Haushaltskäufe

Zum Teil erklärt sich die Stärkung der Einlagen der privaten Haushalte durch die Aussetzung der Verbraucherausgaben, sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus psychologischen Gründen, aufgrund der hohen Inflation. Die Menschen haben Angst, bei weiteren Preiserhöhungen ohne Existenzgrundlage dastehen zu müssen.

Insbesondere für die ersten fünf Monate des Jahres 2022 Umsatzrückgang in Supermärkten wird im Jahresvergleich mit über 3 % bewertet, während bei den Autoverkäufen ein Rückgang von 20 % zu verzeichnen war. Zudem ist der Haushaltsgerätemarkt seit Jahresbeginn mit mindestens 6 % rückläufig.

6. Liquidation von Investmentfonds

Eine neue Welle der Liquidation von Investmentfonds arbeitet daran, die individuellen Einlagen zu erhöhen, da einige Anleger ihre Positionen aufgrund des instabilen Umfelds und der starken Marktschwankungen schließen. Im Juni überstieg der Nettoabfluss aus dem Investmentfondsmarkt 50 Millionen Euro, der auch auf Bankkonten einging.



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