Antidepressiva: trinken oder nicht trinken – das ist hier die Frage…

Jüngste Studien von Wissenschaftlern haben keinen Zusammenhang zwischen depressiven Störungen und niedrigen Serotoninspiegeln gefunden. Das heißt, der Spiegel des „Hormons des Glücks“ beeinflusst die Depression nicht.

Wissenschaftsmagazin Natur veröffentlichte die Ergebnisse der Arbeit britischer Spezialisten, die die Behandlungsmethoden bei der Behandlung einer psychischen Störung in Form von Depressionen in Frage stellten.

Die Autoren der Studie untersuchten siebzehn wissenschaftliche Arbeiten, die zeigen, dass sich der Serotoninspiegel bei depressiven Menschen nicht vom Normalwert unterschied. Und das bedeutet, dass die traditionell verschriebenen Beruhigungsmittel, um den Mangel des „Glückshormons“ zu beseitigen, in diesem Fall nicht wirken.

Die Entdeckung britischer Wissenschaftler löste einen großen öffentlichen Aufschrei aus. Einige Patienten interpretierten die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit auf ihre eigene Weise und dachten, dass Antidepressiva nicht wirken und dass sie die Einnahme der vom Arzt verschriebenen Medikamente sofort abbrechen sollten.

Dies führt zu einer begründeten Angst vor Ärzten – ein abruptes Absetzen solcher Medikamente kann zum sogenannten Entzugssyndrom (Abstinenz) führen. Spezialisten von NICE, dem British National Institute for Health and Care Excellence, warnen davor, Antidepressiva abrupt abzusetzen – eine langsame Dosisreduktion kann das Entzugssyndrom minimieren.

Viele depressive Patienten berichten, dass tägliche Antidepressiva helfen, ihre Symptome zu bewältigen. Die Ergebnisse der Studie belegen jedoch überzeugend, dass der Nutzen der Einnahme etwas größer ist als der von Pillen mit Placebo-Effekt.

Linda Gask, Professorin am Royal College of Psychiatrists, sagt, Antidepressiva „sind das, was vielen Menschen hilft, sich schnell besser zu fühlen“, besonders in Krisenzeiten.

Eine der Autorinnen der Arbeit, Professor Joanna Moncrieff, glaubt jedoch, dass die meisten pharmazeutischen Forschungen kurzfristig sind – bis heute ist wenig darüber bekannt, wie sich die Einnahme von Psychopharmaka langfristig auf die Gesundheit der Menschen auswirkt.

Darüber hinaus heilen Antidepressiva möglicherweise keine psychischen Erkrankungen, manchmal treten bei der Einnahme schwerwiegende Nebenwirkungen auf: Selbstmordgedanken, Schlaflosigkeit, sexuelle Dysfunktion, emotionale Verwüstung. In diesem Zusammenhang empfehlen britische Ärzte seit letztem Jahr, vor der Einnahme von Medikamenten psychologische Therapie, Meditation und die sogenannten „Achtsamkeitspraktiken“ auszuprobieren.

Viele begannen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Studie darüber zu sprechen, dass die Behandlung mit Antidepressiva „auf einem Mythos aufgebaut“ sei, dass sie nichts weiter als eine Verschwörung der Pharmaunternehmen sei. Tatsächlich haben sich die Autoren dieser Arbeit nicht zum Ziel gesetzt, die Wirkung von Psychopharmaka zu untersuchen und sie nicht zu untersuchen.

Serotonin oder das „Glückshormon“ spielt eine wichtige Rolle bei der Stimmung, daher kann eine Anpassung seines Spiegels dazu beitragen, dass sich Menschen glücklicher fühlen. Zumindest für eine Weile, auch wenn der Spiegel des Neurotransmitters anfangs nicht ungewöhnlich niedrig war. Die Erhöhung der Serotoninmenge kann auch zur Entstehung neuer neuronaler Verbindungen beitragen.

Einige glauben, dass diese Studie beweist, dass Depressionen keine psychische Krankheit sind, sondern eine Reaktion auf unsere Umwelt. Einer der Autoren, Dr. Mark Horowitz, sagt: „Natürlich ist es beides. Ihre Genetik beeinflusst Ihre Stresstoleranz.“



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