Die Umstellung auf „grüne“ LED-Beleuchtung schadet der Natur mehr als sie nützt

LEDs verbrauchen viel weniger Energie als herkömmliche Lampen, was die Treibhausgasemissionen reduzieren sollte. Gleichzeitig bedroht LED-Beleuchtung die Gesundheit der Bewohner und zerstört lokale Ökosysteme in Städten und Dörfern, so Forscher der University of Exeter.

Britische Forscher untersuchten das Spektrum der Nachtbeleuchtung in Europa und kamen zu einem enttäuschenden Ergebnis: Die Umstellung von Straßenlaternen auf LEDs scheint sich aus ökologischer Sicht nicht zu rechtfertigen. Das künstliche Licht ist blauer geworden, was die Schlafqualität der Menschen verschlechtert und Populationen nachtaktiver Insekten zurückgehen lässt. Infolgedessen überwiegt der kumulative Schaden die Vorteile der Energieeinsparung, Umweltschützer schreiben in Science Advances.

Straßenbeleuchtung mit weißen LEDs wird seit 2014 in einigen europäischen Ländern anstelle der früheren Natrium- und Leuchtstofflampen aktiv eingeführt. Solche LEDs erzeugen 200-300 Lumen Lichtleistung pro Watt verbrauchter Energie, während Natriumlampen 100-150 Lumen pro Watt und Leuchtstofflampen nur 50-100 Lumen pro Watt erzeugen (Glühlampen: 12-16 Lumen pro Watt). Gleichzeitig erreicht die LED-Ressource 100.000 Betriebsstunden (normalerweise 30-50.000 Stunden) im Vergleich zu 16-18.000 Stunden bei Natriumlampen und 10-20.000 Stunden bei Leuchtstofflampen (eine Glühlampe kann etwa tausend Stunden).

Dadurch sind LED-Leuchten deutlich günstiger im Betrieb, obwohl die Preise für die LEDs selbst meist höher sind als für Gasentladungslampen. Eine hohe Energieeffizienz reduziert den Energiebedarf für die Beleuchtung und reduziert dadurch die Treibhausgasemissionen von Kraftwerken. Das passt voll und ganz in den europäischen Kurs hin zu „grüner“ Energie und dem Kampf gegen den Klimawandel.

Allerdings verschiebt sich das Lichtspektrum weißer LEDs vom Gelb, das für die Sonne und Gasentladungslampen charakteristisch ist, zu Blau. Untersuchungen zeigen, dass dies nicht sehr gut ist. Blaues Licht unterdrücke die Produktion von Melatonin, das für den Schlaf-Wach-Wechsel (circadianer Rhythmus) bei Mensch und Tier verantwortlich ist, schrieb Naked Science dazu. Außerdem ziehen LEDs Insekten stark an und hindern sie daran, nach Nahrung und Brutpartnern zu suchen.

Ökologen bieten mehrere Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen. So können Sie beispielsweise nachts das Licht dimmen. Oder ändern Sie die Bandbreite von LED-Lampen, um das Emissionsspektrum wieder in den gelben Bereich zu bringen. Die Behörden einiger britischer Kommunen tun dies, und laut Darren Evans sollte diese Praxis auf andere Regionen und Länder ausgeweitet werden.



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