Von der Kommission vorgelegter aktualisierter Stabilitäts- und Wachstumspakt

Größtmögliche Flexibilität und der Einsatz von „Zuckerbrot und Zuckerbrot“ stehen im Mittelpunkt des von der Europäischen Kommission vorgestellten neuen Stabilitäts- und Wachstumspakts.

Dabei wird nicht zwischen den für ihre Extravaganz berühmten Südländern und den sparsamen Nordländern unterschieden. Die Mitgliedsländer dürfen eine Staatsverschuldung von nicht mehr als 60 % des BIP haben, bei einem Defizit von 3 %. Bei größeren Schulden stehen sieben Jahre für deren Abbau zur Verfügung. Paolo Gentiloni, EU-Kommissar für Wirtschaft, erklärt:

„Es gibt einen fiskalischen Spielraum, in dem Mitgliedsländer, einschließlich hochverschuldeter Länder, verhandeln können, um ihre Schulden über weitere drei Jahre plus die vier Jahre des ursprünglichen Plans schrittweise zu reduzieren. Voraussetzung dafür ist, dass sie Investitionen in gemeinsame Prioritäten haben, d. h. grüne Wende und digitale Wende. Ich denke, wir werden mit den Mitgliedstaaten die Möglichkeit erörtern, diese Investition zusätzlich zu verteidigen.“

Der ehemalige Stabilitäts- und Wachstumspakt wird bis Ende 2023 ausgesetzt, damit Regierungen Haushalte und Unternehmen unterstützen können, die von der Pandemie und den Folgen der russischen Invasion in der Ukraine betroffen sind. Die Europäische Kommission hat auch anerkannt, dass Länder mit Schulden von mehr als 150 % des BIP, wie Griechenland und Italien, nicht in der Lage sein werden, sie in 20 Jahren auf das ursprüngliche Ziel zu reduzieren. Um die Hauptstädte der Europäischen Union jedoch zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu zwingen, schlägt Brüssel ein neues Instrument vor: Es wird es ermöglichen, Finanzsanktionen schneller als bisher gegen Mitgliedsländer zu verhängen. Gentiloni-Notizen:

„Ich sehe eine gemeinsame Grundlage, nämlich die Erkenntnis, dass wir schrittweise und differenziertere Wege zum Schuldenabbau brauchen, und wir brauchen fiskalischen Spielraum für Investitionen. Jeder erkennt das an. Aber natürlich steckt der berühmte Teufel in den bekannten Details.“

Der EG-Vorschlag soll im Dezember erstmals auf Ministerebene diskutiert werden. Die Haltungen ihm gegenüber sind sehr unterschiedlich – einige Minister sehen darin einen Verstoß gegen die Finanzdisziplin. Eine EC-Quelle stellte fest, dass ein erneuter Pakt nicht vor Juni 2023 erwartet werden sollte, aber es besteht ein breiter Konsens darüber, dass es im Interesse der Eurozone ist, angesichts des wachsenden Drucks von externen Märkten lange Verzögerungen zu vermeiden.



Source link