Warum Griechen Deutschland hassen

Nur 16 % der Griechen haben ein positives Bild von Deutschland. Laut einer im Auftrag der deutschen Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführten Umfrage von Kapa Research haben 57 % der Griechen ein negatives, ein Drittel ein sehr negatives Deutschlandbild.

In der Altersgruppe der 55- bis 65-Jährigen erreicht die negative Meinung 67 %, und der wichtigste Grund ist das politische Verhalten Deutschlands gegenüber Griechenland während der Krisenzeit. Es folgt die Frage der Besatzungsanleihe und Kriegsreparationen sowie die Haltung Deutschlands zur griechisch-türkischen Konfrontation.

Der deutsche Analyst und Forscher ΕΛΙΑΜΕΠ, Leiter des Mittelmeerprogramms, Ronald Mainardus, präsentierte LifoPolitics die erste große Umfrage zu den griechisch-deutschen Beziehungen, die den Gründen für die schlechte Meinung der Griechen über Deutschland nachgeht. Diese Studie wurde von Kapa Research im Auftrag der Deutschen Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt.

„Die Popularität Deutschlands in Griechenland ist sehr gering und der durchschnittliche Grieche hat eine negative Meinung von Deutschland“, lautet das Fazit einer von Ronald Mainardus im Lifo-Podcast LifoPolitics vorgestellten Studie.

Nur 16 % der Griechen haben eine positive Meinung zu Deutschland, 26 % haben weder eine positive noch eine negative Meinung, 57 % der Griechen haben eine negative und ein Drittel eine sehr negative Meinung.

Im Alter von 17-34 Jahren sind negative Meinungen höher als der Durchschnitt und erreichen 60%, und im Alter von 55-65 wird der Durchschnitt sogar noch übertroffen, da die negativen Meinungen über Deutschland 67% betragen. Nach dem bürgerideologischen Kriterium hat die Mitte-Rechts mit 23% die positivste Meinung über Deutschland, während die Linke mit 67% die negativste Meinung über Deutschland hat. Nach parteiideologischen Kriterien haben PASOK-Wähler (26%) die positivste Meinung zu Deutschland, gefolgt von ND-Wählern mit 19% und bei SYRIZA-Wählern erreicht eine positive Meinung von Deutschland nur 10%. Ein Drittel eine sehr schlechte Meinung von Deutschland.

Recherchen zufolge gibt es drei Gründe, die zu diesem Ergebnis beitragen: die Besatzungskredite und Kriegsreparationen, das Verhalten Deutschlands in der griechischen Wirtschaftskrise und die Anbiederung der Türkei in den griechisch-türkischen Beziehungen. Die negativste Rolle aller drei Ursachen spielt jedoch das Verhalten Berlins und des Merkel-Schulz-Duos in den Krisenjahren. Dies scheint im kollektiven Bewusstsein des griechischen Volkes ein Trauma geblieben zu sein.



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