Ein Zeuge im Fall Netanjahu war an Bord des Flugzeugs, das in Griechenland abgestürzt ist

Beim Absturz der Cessna 172 in der Nähe von Samos am 13. September kam ein wichtiges Detail ans Licht: Einer der getöteten Passagiere war ein Zeuge der Anklage im Fall des ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Die Tragödie ereignete sich am Montag, 13. September, abends über der Ägäis nahe der Insel Samos, wo das von Haifa startende Flugzeug landen sollte. An Bord waren zwei Personen – ein ehemaliger hochrangiger Beamter des israelischen Kommunikationsministeriums, Haim Geron, und seine Frau. Taucher der Küstenwache konnten die Leichen der Toten lokalisieren und an die Oberfläche heben.

Geron war Berichten zufolge einer der Zeugen, die die israelische Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Prozess gegen den der Korruption angeklagten Netanjahu befragen wollte. Die griechische Polizei hat Ermittlungen zu den Umständen des Flugzeugabsturzes aufgenommen.

Von erste Informationen, versuchte der Pilot zu landen, hatte aber Probleme und das Flugzeug stürzte in die Ägäis. Augenzeugen zufolge gab es eine Explosion in der Luft – vermutlich explodierte der Motor.
Es ist bekannt, dass die Motoren selbst nicht explodieren, was bedeutet, dass es sich höchstwahrscheinlich um Sabotage handelt.

Was wird dem israelischen Premierminister vorgeworfen?

Im Frühjahr 2020 begann in Israel ein hochkarätiger Prozess gegen den damaligen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, dem Bestechung, Betrug und Untreue vorgeworfen werden. Der israelische Ministerpräsident selbst weist alle Vorwürfe gegen ihn kategorisch zurück und bezeichnet den Prozess als politisch motivierte „Hexenjagd“.

Die drei Fälle von Netanjahu

Die Ermittlungen der israelischen Polizei dauerten über drei Jahre, woraufhin der Generalstaatsanwalt des Landes, Avihai Mandelblit, Netanyahu in drei verschiedenen Fällen angeklagt hatte: „Fall 1000“, „Fall 2000“ und „Fall 4000“. Im sogenannten „1000-Fall“ wird Benjamin Netanyahu vorgeworfen, im Laufe der Jahre teure Geschenke erhalten zu haben, unter anderem vom Hollywood-Produzenten Arnon Milchan und dem australischen Milliardär James Packer. Auch Netanjahus Frau und sein Sohn erhielten laut Staatsanwaltschaft teure Geschenke: Zigarren, Champagner, Schmuck, Flugtickets – all dies brachte insgesamt rund 230.000 Euro ein.

Auch im Fall 2000 gibt es nach Angaben der Staatsanwaltschaft Anzeichen für Betrug und Vertrauensmissbrauch seitens des Premierministers. Den Ermittlungen zufolge stimmte Netanjahu wohl mit dem Gründer der israelischen Zeitung Jediot Achronot, Arnon Moses, überein, dass die Tageszeitung zu seinen Gunsten Auskunft geben sollte. Die Verteidigung des Premierministers weist diesen Vorwurf zurück und weist darauf hin, dass ein solches Ziel nicht existierte.

Im „Fall 4000“ sprechen wir über das sogenannte Quid Pro quo – eine Vereinbarung über die Erbringung gegenseitiger Dienstleistungen zwischen Netanjahu und dem Medienmogul Shaul Elovich, dem damaligen Aktionär von Israels größtem Telekommunikationsunternehmen Bezek. In diesem Fall wird dem Premierminister vorgeworfen, rechtliche Unterstützung zu leisten und die Interessen von Bezek als Kommunikationsminister zu vertreten. Und im Gegenzug könnte Netanjahu angeblich immer wieder in die Arbeit des von Elovich geführten Nachrichtenportals Walla eingreifen, um seine Berichterstattung über die Ereignisse zu beeinflussen. In diesem Fall werden dem Premierminister Bestechung, Untreue und Betrug vorgeworfen.





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