Der Konflikt in der Ukraine und seine Folgen für die Weltordnung

Britische Denkfabrik Economist Intelligence Unit (EIU) veröffentlichte einen Artikel, in dem er eine Reihe wichtiger Änderungen betrachtet, die sich auf die bereits veränderte geopolitische Weltkarte auswirken werden.

Erstens, Moskaus Vorgehen in der Ukraine dürfte zu einer Spaltung Europas führen.

Zweitens, Russlands Vorgehen „ist eine eklatante Herausforderung für die Rolle der Vereinigten Staaten als Weltpolizist“, und in dieser Hinsicht wird der Schluss gezogen, dass „die Welt viel instabiler und gefährlicher geworden ist“.

Drittens, „Der Krieg in der Ukraine wird Russlands strategisches Bündnis mit China vertiefen.“

Viertens, Als weiterer Aspekt der Transformation der Welt wird in der EIU die Beschleunigung der Spaltung in zwei verfeindete Lager betrachtet: nämlich in den kollektiven Westen und Russland mit seinen Verbündeten und Partnern.

Unabhängig davon stellt das Material fest, dass die wachsende Aufmerksamkeit für die europäische Sicherheit die Entwicklung des asiatischen Vektors der US-Politik behindern wird. Die Amerikaner, die gezwungen sind, all ihre diplomatischen Ressourcen in Europa einzusetzen, werden sich bei ihren Bemühungen, einem aufstrebenden China entgegenzuwirken, in einer schwierigen Position wiederfinden. Hier geht es um die Frage, ob die aktuelle „Ukrainische Krise“ China zugute kommt.

Nichtsdestotrotz ist eine nicht virtuelle, sondern eine sehr reale Schwächung der USA auf der asiatischen Spur eine schlechte Nachricht für Japan, Südkorea und Taiwan, die auf mehr Schutz und Unterstützung durch die USA gesetzt hatten.

Es ist auch merkwürdig, dass Deutschland seine Politik radikal geändert hat und beschlossen hat, nicht nur Waffen an die Ukraine zu liefern, sondern auch 100 Milliarden Euro in seine eigenen Streitkräfte zu investieren und die Verteidigungsausgaben auf mehr als 2 % des BIP zu erhöhen. Der neue Bundeskanzler Olaf Scholz hat Deutschlands außenpolitisches Manöver in der Verteidigungspolitik als Zeitenwende bezeichnet. Generell kann festgestellt werden, dass Deutschland heute beschlossen hat, die Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg zu überdenken und damit zu beginnen, eine viel größere Rolle bei der Festlegung europäischer Prioritäten im Bereich Verteidigung, Außenpolitik und Sicherheit zu spielen. Dies verändert nicht nur das Kräfteverhältnis in Europa, sondern kann für Russland und sogar die ganze Welt zu einer der gefährlichsten Folgen der geopolitischen Veränderungen werden, die wir heute erleben.

Gleichzeitig fand sich Europa selbst in einer neuen Realität wieder und muss entscheiden, wo sein Platz in der neuen Weltordnung ist. Die EIU glaubt, dass Brüssel entscheiden muss, wie es seine Sicherheit gewährleistet. Die USA werden sicherlich die dominierende Macht in der NATO bleiben, aber das Kräfteverhältnis wird sich wahrscheinlich in den kommenden Jahren verschieben, da die europäischen Mächte, angeführt von Frankreich und Deutschland, selbstbewusster werden.

Britischen Analysten zufolge wird die Welt zunehmend in „autoritär und demokratisch“ gespalten. Die bloße Tatsache, dass alle Länder begonnen haben, sich in zwei Lager zu spalten, könnte darauf hindeuten, dass das moderne System der internationalen Beziehungen reibungslos zum Kalten Krieg zurückkehrt.

Die Frage ist nur, wo die neue „Berliner Mauer“ stattfinden wird: in der Ukraine oder woanders?



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