Griechenland ist „Champion“ bei den indirekten Steuern

Thanos Tsiros, Wirtschaftskommentator von Kathimerini, bietet in dieser Veröffentlichung seine Version der Gründe für das Versagen der griechischen Regierung in Bezug auf die Steuerpolitik und zur Rechtfertigung des hohen Steuerniveaus im Land.

Die für das griechische Steuersystem charakteristischen Krankheitserreger, die seine weitere Konsolidierung verhindern, sind immer noch hier. Die in den letzten Jahren erzielten Fortschritte bei der Entlastung der Selbständigen bzw. bei der Senkung der Versicherungsprämien spiegeln sich in einer kürzlich durchgeführten OECD-Umfrage in einer Verringerung der Abzüge vom Einkommen der Arbeitnehmer um etwa zwei Prozentpunkte wider.

Eine andere OECD-Studie zeigt jedoch, dass Griechenland immer noch auf extrem hohe indirekte Steuersätze angewiesen ist. Verbrauchssteuer auf unverbleites Benzin ist das Doppelte der geltenden Mindeststeuer in EU, Verbrauchsteuer für Heizöl ist 14 mal höher, und der Basissatz Mehrwertsteuer (24%) gehört zu den 3-4 höchsten in Europa.

Der Grund, warum die Regierung zögert, diese Raten zu „anfassen“, indem sie zur Linderung einer inflationären Energiekrise beiträgt, ist, dass niedrige Erträge aus direkten Steuern in Griechenland.

Da 70 % der Steuerzahler Einkommen unterhalb der Freigrenze angeben, und zwei von drei Berufstätigen Verluste zeigenbeträgt die Einkommensteuer in Griechenland 15 % der gesamten Steuereinnahmen, während der Durchschnitt der OECD-Länder bei 23 % liegt.

Das „Loch“, das durch sehr niedrige Einkommensteuererklärungen entsteht, wird damit weitgehend abgedeckt Verbrauchssteuer. Mit einem durchschnittlichen Verbrauchsteuersatz in der OECD von 13 % der Gesamtsteuern erwartet Griechenland die folgenden Indikatoren von Kraftstoff, Tabakerzeugnissen.

Hellas

OECD*

Einkommensteuer für Einzelpersonen

fünfzehn%

23%

Gewinnsteuer legal Personen

6%

zehn%

Versicherung Beiträge

31%

26%

Steuer auf Immobilie

acht%

6%

MwSt

21%

zwanzig%

Verbrauchsteuern

19%

13%

In Zeiten extremen Inflationsdrucks, wie wir ihn derzeit erleben, ist die „Besonderheit“ Griechenlands, von indirekten Steuern und insbesondere indirekten Verbrauchssteuern abhängig zu sein, eine große Hürde. Die fiskalischen Kosten einer direkten Senkung der Verbrauchsteuer könnten nicht ohne Weiteres durch eine „Dämpfung“ des Kraftstoffverbrauchs oder durch höhere Steuereinnahmen aus anderen Quellen wie der Einkommensteuer ausgeglichen werden.

Der Eingriff in die indirekte Besteuerung war eine Wahlkampfverpflichtung der Regierung, aber die Pandemie, die Energiekrise und jetzt der Krieg in der Ukraine haben den Spielraum für Eingriffe eingeengt. Gefragt sind nun Maßnahmen zur Stimulierung elektronischer Transaktionen sowie zur Anhebung der Nominallöhne der Arbeitnehmer: Einerseits um Steuerhinterziehung einzudämmen und andererseits das Volumen der deklarierten Einkommen zu erhöhen, um die Steuer auszuweiten Steuerbasis erhöhen, die Einnahmen aus direkten Steuern erhöhen und Bedingungen schaffen, um die sehr hohen Sätze indirekter Steuern, insbesondere der Mehrwertsteuer, zu senken.

Nach Kategorien der Steuereinnahmen spiegeln sich die Unterschiede, die das Land immer noch charakterisieren, in den folgenden Daten wider:

  1. Bei der persönlichen Einkommensteuer hat Griechenland einen Anteil von 15 % gegenüber 23 %, was dem OECD-Durchschnitt entspricht. Grund ist der Einkommensrückgang der letzten Jahre durch Krisenjahre, Arbeitslosigkeit und weit verbreitete Steuerhinterziehung, vor allem bei Selbständigen. Mit der Schaffung von Arbeitsplätzen, höheren Nominallöhnen und dem „Druck“ auf die Einnahmen durch elektronische Zahlungen wird sich die riesige Kluft, die das Land von der OECD trennt, schätzungsweise im Jahr 2022 „schließen“.
  2. Griechenland hat eine Körperschaftssteuer von 6 % im Vergleich zu 10 %, was dem OECD-Durchschnitt entspricht. Die Senkung des Steuersatzes auf 22 % scheint einen Anreiz geschaffen zu haben, das steuerpflichtige Material zu erhöhen.
  3. Griechenland bezieht 31 % seiner Gesamteinnahmen aus Versicherungsprämien, verglichen mit 26 % in den OECD-Mitgliedsländern. Ab dem 1. Juni wird bei einer Senkung der Zusatzversicherungsprämiensätze für Arbeitgeber und Arbeitnehmer um 0,5 % die kumulierte Senkung 4,5 % betragen, sodass die Lücke auf dieses Niveau verringert wird.
  4. Bei den Grundsteuern liegen wir erneut über dem Durchschnitt (8 % gegenüber 6 %), aber jetzt wurde die ENFIA-Senkung auf den Weg gebracht, sodass ein Ausgleich erwartet wird.
  5. Trotz sehr hoher Mehrwertsteuersätze liegt die Steuer nahe am Durchschnitt (21 % gegenüber 20 %).
  6. Bei den Verbrauchsteuern ist ein großes Ungleichgewicht zu beobachten: 19 % gegenüber 13 % in den OECD-Ländern.

* OECD – Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – eine internationale Wirtschaftsorganisation von entwickelten Ländern, die die Prinzipien der repräsentativen Demokratie und einer freien Marktwirtschaft anerkennen. Wikipedia

Siehe auch Steuern. „Zahlen oder nicht zahlen, das ist hier die Frage“.



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